Reiseimpfungen sind kein optionaler Luxus – sie sind medizinisch begründeter Schutz vor Krankheiten, die in Deutschland kaum vorkommen, im Reiseland aber tödlich enden können.

Wer ungeimpft nach Westafrika reist, trägt ein Gelbfieber-Risiko von rund 50 pro 100.000 Reisenden – bei einer Sterblichkeitsrate von bis zu 60 %. Dengue-Fieber trifft 5 bis 8 von 1.000 Reisenden pro Monat. Und 90 % aller Typhus-Fälle in Europa gehen auf Reisen zurück. Dieser Leitfaden zeigt dir, welche Impfungen du wirklich brauchst, wann du beginnen musst und was die Kasse übernimmt.

Warum Reiseimpfungen unverzichtbar sind – Risiken und Zahlen

Viele Reisende unterschätzen das Erkrankungsrisiko im Ausland. Das liegt daran, dass die meisten Tropenkrankheiten in Deutschland schlicht nicht präsent sind. Im Reiseland sieht die Lage fundamental anders aus.

Dengue-Fieber ist das beste Beispiel. Die Erkrankungsrate liegt bei 5 bis 8 von 1.000 Reisenden pro Monat in Endemiegebieten. Das klingt abstrakt – ist es aber nicht. Etwa jeder achte Erkrankte muss ins Krankenhaus. 99 % der in Europa gemeldeten Dengue-Fälle werden von Reisenden eingeschleppt. Das Virus zirkuliert also nicht hier, sondern kommt mit den Menschen zurück.

Noch deutlicher wird das Risiko bei Gelbfieber. Wer ungeimpft zwei Wochen durch Westafrika reist, hat ein Erkrankungsrisiko von rund 50 pro 100.000 Personen. Klingt gering? Bei einem klinisch manifesten Verlauf sterben 20 bis 60 % der Betroffenen. Es gibt keine spezifische Therapie – nur die Impfung schützt zuverlässig.

Typhus trifft je nach Region zwischen 1 von 10.000 und 1 von 1.000.000 Reisenden. Das klingt selten, aber: 90 % aller Typhus-Fälle in Europa sind reiseassoziiert. Die Erkrankung kommt also fast ausschließlich durch Reisen nach Europa. Wer in Gebiete mit schlechter Sanitärinfrastruktur reist, trägt ein real messbares Risiko.

Die höchste Inzidenz aller reiseassoziierten Erkrankungen haben übrigens COVID-19 und Influenza. Rund 1 % der Reisenden erkranken pro Reisemonat daran. Das entspricht 1 von 100 Personen – ein Wert, den viele nicht auf dem Radar haben, wenn sie an Tropenimpfungen denken.

Hepatitis A trifft in Endemiegebieten etwa 1 von 300 ungeimpften Reisenden. Die Übertragung erfolgt über kontaminiertes Trinkwasser und Lebensmittel – also über Wege, die sich im Alltag kaum vollständig vermeiden lassen. Selbst wer sorgfältig auf Hygiene achtet, kann sich infizieren.

Das Fazit ist eindeutig: Impfschutz ist keine übertriebene Vorsichtsmaßnahme. Er ist eine medizinisch begründete Reaktion auf konkret messbare Risiken. Die Zahlen kommen vom Robert Koch-Institut und der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin – sie sind keine Hochrechnungen, sondern reale Inzidenzwerte aus Surveillancedaten.

Erkrankungsrisiko pro Reisemonat nach Krankheit (in Prozent)

1,0 % 0,75 % 0,50 % 0,25 % 0 % 1,00 % COVID-19 / Influenza 0,65 % Dengue- Fieber 0,05 % Gelbfieber (Westafrika) 0,01 % Typhus (Hochrisiko)
Quellen: Robert Koch-Institut, Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin (DTG); Werte sind Schätzwerte aus Surveillancedaten.

Standardimpfungen vs. Reiseimpfungen: Die zwei Kategorien im Überblick

Nicht jede Impfung, die du vor einer Fernreise brauchst, ist eine exotische Tropenimpfung. Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut unterscheidet grundsätzlich zwei Kategorien.

Kategorie 1: Standardimpfungen – der Basischeck vor jeder Reise

Standardimpfungen sind Impfungen, die für alle Menschen in Deutschland empfohlen werden – unabhängig von Reiseplänen. Vor einer Fernreise solltest du prüfen, ob dein Schutz noch vollständig ist. Dazu gehören: Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten), Poliomyelitis (Kinderlähmung), Masern, Hepatitis B, Pneumokokken und Influenza.

Warum ist das relevant? Weil viele dieser Erkrankungen in Reiseländern deutlich häufiger vorkommen als in Deutschland. Masern etwa sind in Teilen Afrikas und Asiens endemisch. Wer dort mit einem lückenhaften Impfschutz unterwegs ist, trägt ein real erhöhtes Risiko. Poliomyelitis gilt in Deutschland als ausgerottet – in einigen Ländern Afrikas und Asiens zirkuliert das Virus noch immer.

Der Impfausweis sollte also nicht nur wegen exotischer Impfungen herausgekramt werden. Der erste Schritt bei jeder Reisevorbereitung ist: Standardimpfungen prüfen, Lücken schließen.

Kategorie 2: Reiseimpfungen im engeren Sinne

Diese Impfungen sind nicht für alle empfohlen, sondern abhängig von Zielland, Reiseart und individuellem Risiko. Die vollständige Liste umfasst: Cholera, Dengue, FSME, Gelbfieber, Hepatitis A, Japanische Enzephalitis, Meningokokken, Tollwut, Tuberkulose, Typhus, COVID-19 und – neu seit 2025 – Chikungunya.

Die Chikungunya-Impfung ist ein gutes Beispiel dafür, wie dynamisch dieses Feld ist. Die STIKO hat die Empfehlung erst 2025 eingeführt, für Reisende ab 12 Jahren in Gebiete mit aktuellem Ausbruch oder bei längeren Aufenthalten in Endemiegebieten mit erhöhtem Risiko für schwere Verläufe. Wer vor zwei Jahren gereist ist, hatte diese Option schlicht nicht.

Wer gibt die Empfehlungen heraus?

Die STIKO erarbeitet Reiseimpfempfehlungen gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin, Reisemedizin und Globale Gesundheit (DTG). Das Auswärtige Amt veröffentlicht länderspezifische Reise- und Sicherheitshinweise inklusive Impfempfehlungen. Der Ständige Ausschuss Reisemedizin (StAR) erarbeitet jährlich Empfehlungen zu Reiseimpfungen und Malariaprophylaxe, abgestimmt mit dem Gesundheitsdienst des Auswärtigen Amts.

Praktisch hilfreich: Das RKI veröffentlicht Ländertabellen, in denen für jedes Reiseland aufgeführt ist, ob eine Impfung vorgeschrieben, risikobezogen empfohlen oder allgemein empfohlen ist. Diese Tabellen sind das wichtigste Nachschlagewerk für die konkrete Reiseplanung. Die aktuellen Empfehlungen erscheinen im Epidemiologischen Bulletin des RKI – zuletzt wurden Reiseimpfungen im EB 14/2025 aktualisiert, Chikungunya im EB 28/2025.

💡 Gut zu wissen

Mehrere Impfungen können in der Regel gleichzeitig verabreicht werden – an verschiedenen Körperstellen. Totimpfstoffe untereinander erfordern keinen Mindestabstand. Nur zwischen Lebendimpfstoffen (z. B. Gelbfieber, MMR, Dengue, Chikungunya) und mRNA-Impfstoffen gilt ein Mindestabstand von 14 Tagen.

Vorgeschriebene Impfungen: Was bei der Einreise Pflicht ist

Bei manchen Impfungen geht es nicht nur um persönlichen Schutz. Einige Länder verlangen beim Grenzübertritt einen Impfnachweis – ohne den du schlicht nicht einreisen darfst oder vor Ort zwangsgeimpft wirst.

Gelbfieber: Die wichtigste Pflichtimpfung weltweit

Gelbfieber ist die einzige Impfung, für die zahlreiche Länder eine gesetzliche Einreisepflicht haben. Betroffen sind viele Staaten in Afrika und Südamerika. Die WHO führt eine aktuelle Liste der Länder, die einen Nachweis verlangen. Wer ohne gültigen Nachweis einreist, riskiert die Zurückweisung am Grenzübergang oder eine Pflichtimpfung vor Ort – unter möglicherweise unkontrollierten Bedingungen.

Wichtig: Die Gelbfieberimpfung muss mindestens 10 Tage vor der Einreise erfolgt sein. Diese Frist ist keine Empfehlung, sondern eine international verbindliche Regelung. Außerdem darf die Impfung nur in staatlich zugelassenen Gelbfieberimpfstellen verabreicht werden – nicht beim normalen Hausarzt. Nur diese Stellen stellen die internationale Impfbescheinigung aus, die im Gelben Impfausweis der WHO dokumentiert wird.

Zur Gültigkeit: Der WHO-Nachweis gilt offiziell lebenslang. Die STIKO hat jedoch seit August 2022 eine neue Empfehlung: Bei erneuter Exposition – also einer weiteren Reise in ein Gelbfiebergebiet nach mehr als 10 Jahren – wird eine einmalige Auffrischimpfung empfohlen. Insgesamt sind damit maximal zwei Impfungen im Leben vorgesehen. Diese Empfehlung gilt für Immungesunde; bei Immunsuppression gelten abweichende Regelungen.

Meningokokken ACWY: Pflicht für Pilgerreisen nach Saudi-Arabien

Wer zur Hadsch oder Umra nach Mekka oder Medina reist, muss eine Meningokokken-ACWY-Impfung nachweisen. Saudi-Arabien verlangt diesen Nachweis für alle Pilger. Hintergrund: Die enge Menschenansammlung bei Pilgerreisen begünstigt die Übertragung von Meningokokken erheblich. Die Impfung schützt gegen die Serotypen A, C, W und Y.

Poliomyelitis und Masern: Teils Nachweispflicht

Einige Länder verlangen im internationalen Reiseverkehr auch Nachweise für Polio und Masern. Das betrifft vor allem Länder, die selbst Ausbrüche bekämpfen und eine Einschleppung verhindern wollen. Konkrete Anforderungen ändern sich regelmäßig – die Ländertabellen des RKI und die Reisehinweise des Auswärtigen Amts sind hier die verlässlichsten Quellen.

Der Internationale Impfausweis

Für Pflichtimpfungen brauchst du den Internationalen Impfausweis (auch: Gelber Impfausweis der WHO). Dieser wird ausschließlich von zugelassenen Impfstellen ausgestellt. Er muss bei der Einreise in bestimmte Länder vorgelegt werden. Fehlt er, droht im besten Fall eine Verzögerung am Grenzübergang, im schlechtesten Fall die Einreiseverweigerung.

Reiseimpfungen nach Zielregion: Vorgeschrieben, empfohlen und optional
Region Vorgeschrieben Dringend empfohlen Empfohlen
Westafrika / Zentralafrika Gelbfieber Malariaprophylaxe, Meningokokken Hepatitis A+B, Typhus, Tollwut
Ostafrika Gelbfieber (teils) Malariaprophylaxe Hepatitis A+B, Typhus, Tollwut
Südamerika (Brasilien, Peru) Gelbfieber (teils) Malariaprophylaxe (ländlich) Hepatitis A+B, Typhus
Südostasien Malariaprophylaxe (ländlich) Hepatitis A+B, Typhus, Tollwut, Japan. Enzephalitis, Dengue
Indien Malariaprophylaxe (ländlich) Hepatitis A+B, Typhus, Tollwut, Japan. Enzephalitis
Saudi-Arabien (Pilger) Meningokokken ACWY Hepatitis A+B
Süd-/Mitteleuropa FSME (bei Naturaufenthalt)

Der optimale Impfzeitplan: Wann du mit welcher Impfung beginnen solltest

Der häufigste Fehler bei der Reisevorbereitung: zu spät anfangen. Manche Impfungen brauchen mehrere Wochen, bis der Schutz vollständig aufgebaut ist. Andere erfordern mehrere Dosen im Abstand von Wochen oder Monaten. Wer zu spät beginnt, hat entweder keinen vollständigen Schutz oder muss auf teurere Schnellschemata zurückgreifen.

Die goldene Regel: 6 bis 8 Wochen vor Abreise

Die reisemedizinische Beratung sollte idealerweise 6 bis 8 Wochen vor dem Abflug stattfinden. Das gibt genug Zeit für mehrteilige Impfschemata, für Nachfragen und für eventuelle Nachholimpfungen bei Standardimpfungen. Das RKI empfiehlt, alle Impfungen spätestens 10 bis 14 Tage vor der Abreise abgeschlossen zu haben – damit der Immunschutz vollständig aufgebaut ist.

Zeitplan für die wichtigsten Impfungen

Hepatitis B erfordert ein 3-Dosen-Schema über insgesamt 6 Monate. Der späteste sinnvolle Starttermin liegt 5 Wochen vor Abreise – dann ist zumindest ein Teilschutz durch die ersten beiden Dosen möglich. Für vollständigen Langzeitschutz sollte die Grundimmunisierung deutlich früher beginnen. Es gibt auch ein Schnellschema, das in kürzerer Zeit verabreicht werden kann.

Hepatitis A ist einfacher: Eine einzige Dosis reicht für den Kurzzeitschutz aus. Der Idealzeitpunkt liegt etwa 2 Wochen vor der Reise. Wer Langzeitschutz möchte, erhält die zweite Dosis 6 bis 12 Monate später.

Gelbfieber muss mindestens 10 Tage vor der Einreise verabreicht worden sein – das ist eine verbindliche internationale Regelung, keine Empfehlung. Früher ist besser, aber die 10-Tage-Frist ist das absolute Minimum.

Typhus-Schluckimpfung: Die Kapselserie muss mindestens 10 Tage vor Reiseantritt abgeschlossen sein. Die Injektionsimpfung ist einfacher zu handhaben und ebenfalls mindestens 10 Tage vor der Reise zu verabreichen.

Japanische Enzephalitis erfordert 2 Dosen im Abstand von 28 Tagen. Wer diese Impfung braucht – etwa bei Reisen in ländliche Gebiete Asiens mit Outdoor-Aktivitäten – muss also mindestens 5 bis 6 Wochen vor Abreise beginnen.

Tollwut: Die Grundimmunisierung besteht aus 3 Dosen. Sie ist besonders relevant für Langzeitreisen, Rucksackreisen und Reisen mit erhöhtem Tierkontakt in Afrika, Asien und Südamerika. Auch wer vorhersehbar mit Wildtieren oder Fledermäusen in Kontakt kommen könnte, sollte die Impfung erhalten.

Last-Minute-Reisen: Was noch möglich ist

Auch bei kurzfristigen Reisen lohnen sich Impfungen. Viele Infektionskrankheiten haben lange Inkubationszeiten – der Schutz muss also nicht zwingend am Tag der Einreise vollständig sein. Hepatitis A: eine Dosis schützt sofort ausreichend für Kurzzeitreisen. Gelbfieber: Die 10-Tage-Frist ist zwingend einzuhalten. Wer weniger Zeit hat, sollte sich in einem reisemedizinischen Zentrum beraten lassen – dort kennt man die Schnellschemata und kann Prioritäten setzen.

✔ Tipp

Nimm deinen Impfausweis zur Beratung mit. Viele Standardimpfungen sind bereits vorhanden, aber nicht dokumentiert. Ein vollständiger Überblick spart Zeit und Geld – und verhindert unnötige Doppelimpfungen.

Impfzeitplan für Fernreisen: Wochen vor Abreise

Abreise 8 W. 6 W. 5 W. 3 W. 2 W. 10 T. Reisemedizinische Beratung & Impfstatus Erste Impfdosis mehrteiliger Impfungen Spätester Start Hepatitis-B-Grundimm. Zweite Impfdosis (falls erforderlich) Hepatitis-A-Einzelimpfung (Idealzeitpunkt) Gelbfieber Mindestfrist (Pflicht)
Empfehlung des Robert Koch-Instituts (RKI): Alle Impfungen spätestens 10–14 Tage vor Abreise abschließen.

Kosten und Kostenübernahme: Was zahlt die Krankenkasse?

Reiseimpfungen können schnell mehrere Hundert Euro kosten – besonders bei Fernreisen mit mehreren empfohlenen Impfungen. Die gute Nachricht: Viele gesetzliche Krankenkassen übernehmen einen Teil oder sogar alle Kosten. Die schlechte Nachricht: Es gibt keine gesetzliche Pflicht dazu.

Gesetzliche Grundlage: Freiwillige Satzungsleistung

Reiseimpfungen sind keine Pflichtleistung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Sie fallen unter die sogenannten freiwilligen Satzungsleistungen. Das bedeutet: Jede Kasse entscheidet selbst, ob und in welchem Umfang sie Reiseimpfungen erstattet. Viele GKV übernehmen die Kosten ganz oder teilweise, wenn die STIKO und das Auswärtige Amt die Impfung für das jeweilige Reiseland empfehlen.

Zu den häufig erstatteten Impfungen gehören: Cholera, FSME, Gelbfieber, Hepatitis A und B, Japanische Enzephalitis, Meningokokken, Tollwut und Typhus. Teils wird auch die Malariaprophylaxe übernommen. Die genauen Konditionen variieren aber stark zwischen den Kassen.

So läuft die Erstattung ab

In den meisten Fällen zahlst du zunächst selbst – entweder in der Arztpraxis oder in der Apotheke. Anschließend reichst du die Rechnung bei deiner Krankenkasse ein. Einige Kassen ermöglichen inzwischen die Direktabrechnung per Versichertenkarte, sodass du gar nicht in Vorleistung gehen musst. Vor der Impfung lohnt sich ein kurzer Anruf bei der Kasse: Was wird erstattet? Brauche ich eine Vorabgenehmigung?

Reisemedizinische Beratung: Häufig Selbstzahler

Die reisemedizinische Beratung selbst ist in vielen Fällen eine IGeL-Leistung (Individuelle Gesundheitsleistung) – also Selbstzahler. Die Untersuchung zur Impffähigkeit hingegen wird von der GKV übernommen. Bei beruflichen Auslandsaufenthalten trägt der Arbeitgeber die Kosten für Beratung und notwendige Impfungen vollständig.

Private Krankenversicherung: Volle Übernahme

Wer privat versichert ist, hat es einfacher: Die PKV übernimmt Reiseimpfungen in der Regel vollständig. Auch hier gilt: Im Zweifel vorher anfragen und die Kostenübernahme schriftlich bestätigen lassen.

Preisübersicht: Was kosten Reiseimpfungen?

Die folgende Tabelle gibt eine Orientierung zu den Kosten häufiger Reiseimpfstoffe. Die Preise können je nach Praxis, Region und Verfügbarkeit abweichen.

Orientierungspreise für häufige Reiseimpfstoffe und Malariaprophylaxe
Impfstoff / Prophylaxe Preis (ca.) Hinweis
Gelbfieber ca. 67 € Nur in zugelassenen Impfstellen
Hepatitis B ca. 53 € pro Dosis 3 Dosen für Grundimmunisierung
Hepatitis A 50–70 € pro Dosis 1 Dosis für Kurzzeitschutz
Typhus 30–40 € Schluck- oder Injektionsimpfung
Atovaquon/Proguanil (Malaria) ab ca. 39 € Medikamentöse Prophylaxe
Doxycyclin (Malaria) ab ca. 20 € Günstigste Malariaprophylaxe
Malarone (Malaria) ab ca. 75 € Markenprodukt Atovaquon/Proguanil

Wo lässt du dich impfen?

Für Standardimpfungen und viele Reiseimpfungen reicht der Hausarzt. Gelbfieber darf ausschließlich in staatlich zugelassenen Gelbfieberimpfstellen verabreicht werden. Bei komplexen Reiserouten, Vorerkrankungen oder Schwangerschaft empfiehlt sich ein reisemedizinisches Zentrum oder ein Tropeninstitut. Diese Einrichtungen haben das vollständige Impfangebot und kennen auch seltene Tropenkrankheiten. Das Gesundheitsamt bietet ein eingeschränktes Angebot für Basisimpfungen.

Häufige Fragen zu Reiseimpfungen

F Wie früh vor der Reise muss ich mit dem Impfen beginnen?

Idealerweise 6 bis 8 Wochen vor Abreise. Alle Impfungen sollten laut RKI spätestens 10 bis 14 Tage vor Abreise abgeschlossen sein. Gelbfieber muss mindestens 10 Tage vor Einreise verabreicht worden sein – das ist Pflicht.

F Zahlt meine Krankenkasse die Reiseimpfungen?

Keine gesetzliche Pflicht, aber viele GKV übernehmen STIKO-empfohlene Reiseimpfungen ganz oder teilweise. Vor der Impfung unbedingt bei der eigenen Kasse anfragen – Konditionen variieren stark zwischen den Anbietern.

F Ist die Gelbfieberimpfung wirklich lebenslang gültig?

Der WHO-Nachweis gilt offiziell lebenslang. Die STIKO empfiehlt seit August 2022 jedoch eine einmalige Auffrischimpfung bei erneuter Exposition nach mehr als 10 Jahren. Insgesamt sind maximal zwei Impfungen vorgesehen.

F Kann ich mehrere Impfungen gleichzeitig erhalten?

Ja, in der Regel möglich – an verschiedenen Körperstellen. Totimpfstoffe erfordern keinen Mindestabstand. Zwischen Lebendimpfstoffen und mRNA-Impfstoffen gilt ein Mindestabstand von 14 Tagen.

F Was ist neu bei den Reiseimpfempfehlungen 2025?

Die STIKO empfiehlt seit 2025 erstmals die Chikungunya-Impfung als Reiseimpfung – für Reisende ab 12 Jahren in Ausbruchsgebiete oder Endemiegebiete mit erhöhtem Risiko für schwere Verläufe. Veröffentlicht im Epidemiologischen Bulletin 28/2025.

F Lohnen sich Impfungen noch bei einer Last-Minute-Reise?

Ja. Hepatitis A schützt bereits nach einer Dosis. Schnellschemata sind für mehrere Impfungen verfügbar. Die 10-Tage-Mindestfrist für Gelbfieber ist zwingend. Ein reisemedizinisches Zentrum kennt die Prioritäten bei knapper Zeit.

F Wo kann ich mich gegen Gelbfieber impfen lassen?

Ausschließlich in staatlich zugelassenen Gelbfieberimpfstellen. Nur diese Stellen stellen die international gültige Impfbescheinigung aus. Der normale Hausarzt ist dafür in der Regel nicht zugelassen.

Quellen

  • Robert Koch-Institut (RKI) – Reiseimpfungen und Ländertabellen
  • Robert Koch-Institut (RKI) – Epidemiologisches Bulletin (EB 14/2025, EB 28/2025, EB 48/2023, EB 32/2022)
  • Robert Koch-Institut (RKI) – Reiseassoziierte Infektionskrankheiten
  • Auswärtiges Amt – Reise-Impfempfehlungen und Gesundheits-Fachinformationen
  • Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin, Reisemedizin und Globale Gesundheit e.V. (DTG)
  • Ständiger Ausschuss Reisemedizin (StAR) – Jährliche Empfehlungen zu Reiseimpfungen und Malariaprophylaxe
  • AOK – Reiseimpfungen: Das sollten Sie wissen
  • krankenkassen.de – Reiseschutzimpfungen: Kostenübernahme durch die GKV
  • Tropeninstitut – Die wichtigsten Impfungen und Impfstellen