Die Grippeschutzimpfung ist die wirksamste Maßnahme gegen saisonale Influenza – und der Zeitpunkt macht den entscheidenden Unterschied. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung jedes Jahr im Oktober oder November, damit der Schutz rechtzeitig vor der Grippewelle sitzt. Wer zur Risikogruppe gehört, bekommt die Impfung von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt. Alle anderen können sich ebenfalls impfen lassen, zahlen dann aber in der Regel selbst – rund 20 bis 30 Euro. Was du über Zeitpunkt, Zielgruppen, Wirksamkeit und Impfstofftypen wissen musst, liest du hier.

Was ist die Grippeschutzimpfung und warum ist sie jährlich nötig?

Die Grippeschutzimpfung ist ein inaktivierter Totimpfstoff – das bedeutet, er enthält keine lebenden Viren, sondern nur Eiweißbestandteile (Antigene) abgetöteter Influenzaviren. Aktuell eingesetzte Impfstoffe sind quadrivalent: Sie richten sich gegen vier verschiedene Influenzavirusstämme gleichzeitig, zwei Influenza-A-Stämme und zwei Influenza-B-Stämme. Welche Stämme das sind, legt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) jedes Jahr neu fest – basierend auf weltweiten Überwachungsdaten darüber, welche Viren gerade zirkulieren und sich ausbreiten.

Warum aber muss man sich jedes Jahr neu impfen lassen? Der Grund liegt in der Biologie der Grippeviren selbst. Influenzaviren verändern sich ständig durch zwei Mechanismen: die sogenannte Antigendrift (langsame, schrittweise Mutation der Oberflächenproteine) und den Antigenshift (abrupter Austausch ganzer Gensegmente zwischen verschiedenen Virusstämmen). Durch diese Veränderungen erkennt das Immunsystem die neuen Viren nicht mehr zuverlässig – selbst wenn man im Vorjahr geimpft wurde oder eine Grippe durchgemacht hat.

Dazu kommt ein zweiter Faktor: Der Impfschutz hält nur 6 bis 12 Monate an, danach lässt die Antikörperkonzentration im Blut merklich nach. Eine einmalige Impfung bietet also keinen dauerhaften Schutz. Wer im Oktober 2025 geimpft wurde, ist zur Saison 2026/2027 nicht mehr ausreichend geschützt – unabhängig davon, ob sich die Viren verändert haben oder nicht.

Die empfehlende Behörde in Deutschland ist die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin. Die STIKO aktualisiert ihre Empfehlungen jährlich; zuletzt wurden sie im Epidemiologischen Bulletin 44/2024 sowie im Impfkalender 2026 veröffentlicht. Die STIKO bewertet dabei nicht nur die Wirksamkeit, sondern auch Sicherheit, Nutzen-Risiko-Verhältnis und gesundheitsökonomische Aspekte für die deutsche Bevölkerung.

Wichtig: Influenza ist keine gewöhnliche Erkältung. Das Grippevirus (Influenza A oder B) verursacht eine eigenständige Viruserkrankung mit plötzlichem Beginn, hohem Fieber, starkem Krankheitsgefühl und Muskelschmerzen. Komplikationen wie Lungenentzündung, Herzmuskelentzündung oder bakterielle Superinfektionen können lebensbedrohlich sein – besonders für ältere Menschen, Schwangere und chronisch Kranke. Genau deshalb ist die Impfempfehlung für diese Gruppen so klar.

Der optimale Impfzeitpunkt: Warum Oktober und November entscheidend sind

Die STIKO empfiehlt, sich zwischen Oktober und Mitte Dezember impfen zu lassen – idealerweise im Oktober oder November. Diese Empfehlung ist kein Zufall, sondern folgt einer klaren epidemiologischen Logik.

Grippewellen in Deutschland beginnen typischerweise im Dezember oder Januar und dauern bis März oder April. Der Höhepunkt liegt meist nach dem Jahreswechsel. Nach der Impfung dauert es 10 bis 14 Tage, bis das Immunsystem ausreichend Antikörper gebildet hat und der vollständige Schutz besteht. Wer sich also Anfang November impfen lässt, ist Mitte November geschützt – rechtzeitig vor dem Beginn der Grippewelle.

Wer sich zu früh impfen lässt – etwa im August oder September – riskiert, dass der Impfschutz gegen Ende der Saison (März/April) bereits nachlässt. Die Impfung wäre dann zu Beginn der Welle noch wirksam, könnte aber am Ende der Saison schon geschwächt sein. Das ist ein reales Problem, das in Studien beobachtet wurde.

Wer den optimalen Zeitraum verpasst, sollte sich trotzdem noch impfen lassen. Eine Nachholimpfung ist auch zu Beginn oder sogar während einer laufenden Grippewelle sinnvoll. Denn niemand weiß im Voraus, wie lange eine Welle dauert und wie intensiv sie verläuft. Ein Restschutz für die verbleibende Saison ist besser als gar kein Schutz.

Wie ernst die Grippesaison genommen werden sollte, zeigt die Saison 2024/25: Rund 394.000 Menschen in Deutschland infizierten sich mit Influenza – der höchste Stand seit zehn Jahren. Das sind keine abstrakten Zahlen, sondern Krankenhausaufenthalte, Arbeitsausfälle und im schlimmsten Fall Todesfälle.

Impfzeitpunkt im Vergleich: Vor- und Nachteile
Zeitpunkt Vorteil Nachteil
Oktober / November (empfohlen) Vollständiger Schutz vor Grippewellenbeginn; hält die gesamte Saison
Ab Mitte Dezember bis Wellenbeginn Noch rechtzeitig möglich Geringerer Puffer bis Wellenbeginn
Während laufender Grippewelle Immer noch sinnvoll – Welle dauert unvorhersehbar lang Kein Schutz für bereits vergangene Wellenphase
Zu früh (August / September) Schutz könnte vor Saisonende nachlassen

💡 Gut zu wissen

Auch wer bereits an Grippe erkrankt ist, kann sich in derselben Saison noch impfen lassen – gegen andere zirkulierende Stämme, gegen die noch kein Schutz besteht. Die Impfung schadet nicht, wenn man gerade gesund ist.

Für wen empfiehlt die STIKO die Grippeimpfung? Alle Risikogruppen im Überblick

Die STIKO empfiehlt die Grippeschutzimpfung nicht für die gesamte Bevölkerung, sondern gezielt für Gruppen, bei denen das Risiko für schwere Verläufe oder die Weitergabe an gefährdete Personen besonders hoch ist. Hier sind alle Empfehlungsgruppen im Detail.

Alle Personen ab 60 Jahren

Mit zunehmendem Alter nimmt die Fähigkeit des Immunsystems ab, auf Infektionen und Impfungen stark zu reagieren. Ältere Menschen erkranken bei einer Influenza häufiger schwer und haben ein deutlich erhöhtes Risiko für Komplikationen wie Lungenentzündung, Herzinfarkt oder Schlaganfall. Die STIKO empfiehlt für diese Gruppe seit der Saison 2025/2026 bevorzugt einen Hochdosis- oder MF59-adjuvantierten Impfstoff – dazu mehr im nächsten Abschnitt.

Schwangere

Schwangere werden ab dem zweiten Trimenon (etwa ab dem vierten Monat) geimpft. Bei einer chronischen Grunderkrankung bereits ab dem ersten Trimenon. Der Grund: Schwangere haben ein erhöhtes Risiko für schwere Grippeverläufe. Gleichzeitig gibt die geimpfte Mutter Antikörper über die Plazenta an das ungeborene Kind weiter. Dieser sogenannte Nestschutz schützt den Säugling in den ersten Lebensmonaten, in denen er selbst noch nicht geimpft werden kann.

Chronisch Kranke ab 6 Monaten

Personen mit bestimmten Grunderkrankungen tragen ein erhöhtes Risiko für schwere Grippecomplikationen – unabhängig vom Alter. Die STIKO empfiehlt die Impfung bei folgenden Erkrankungen:

  • Chronische Atemwegserkrankungen (Asthma bronchiale, COPD)
  • Chronische Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Chronische Leber- oder Nierenerkrankungen
  • Diabetes mellitus und andere Stoffwechselerkrankungen
  • Adipositas (BMI ≥ 30)
  • Chronische neurologische Erkrankungen (z. B. Multiple Sklerose mit infektionsgetriggerten Schüben)
  • Angeborene oder erworbene Immundefizienz, HIV-Infektion

Bewohnerinnen und Bewohner von Alten- und Pflegeheimen

In Gemeinschaftseinrichtungen verbreiten sich Grippeviren besonders schnell. Gleichzeitig sind die Bewohnerinnen und Bewohner oft alt und multimorbid. Die Impfung schützt nicht nur den Einzelnen, sondern reduziert auch das Ausbruchsrisiko in der gesamten Einrichtung.

Berufliche Risikogruppen

Medizinisches und pflegerisches Personal hat täglich Kontakt zu vulnerablen Patientinnen und Patienten. Eine Infektion kann hier zur Infektionskette werden. Auch Personen in Berufen mit umfangreichem Publikumsverkehr – etwa Lehrkräfte oder Busfahrerinnen und Busfahrer – sind empfohlen, sich impfen zu lassen.

Kontaktpersonen von Risikopersonen (Kokonstrategie)

Wer im selben Haushalt lebt wie eine Risikoperson oder diese regelmäßig betreut, sollte sich ebenfalls impfen lassen. Diese sogenannte Kokonstrategie schützt Personen, die selbst nicht oder nur schlecht auf die Impfung ansprechen – etwa Säuglinge unter 6 Monaten oder stark immungeschwächte Menschen.

Tierkontakt-Berufe

Personen mit regelmäßigem Direktkontakt zu Schweinen, Geflügel, Wildvögeln oder Robben haben ein erhöhtes Risiko, sich mit zoonotischen Influenzaviren zu infizieren. Eine Doppelinfektion mit menschlichen und tierischen Stämmen kann zu gefährlichen neuen Virusvarianten führen.

Was die STIKO nicht generell empfiehlt: die Impfung für gesunde Kinder ohne Grunderkrankung. Das unterscheidet Deutschland von Ländern wie den USA oder Großbritannien, die eine universelle Kinderschutzimpfung empfehlen. Die STIKO bewertet Nutzen und Risiken für die deutsche Bevölkerung eigenständig. Dennoch ist die Impfung für gesunde Kinder möglich – nur ohne STIKO-Empfehlung und meist ohne Kassenleistung.

Die WHO und die EU haben eine Zielimpfquote von 75 Prozent für Risikogruppen ausgegeben. Dieses Ziel wird in Deutschland in keinem Bundesland und keiner Altersgruppe erreicht – ein erhebliches Versorgungsdefizit.

Wie wirksam ist die Grippeimpfung wirklich? Zahlen und Fakten

Die Wirksamkeit der Grippeimpfung ist kein fester Wert – sie schwankt erheblich von Saison zu Saison und von Altersgruppe zu Altersgruppe. Das liegt vor allem daran, wie gut der jährlich angepasste Impfstoff mit den tatsächlich zirkulierenden Viren übereinstimmt.

Über die Saisons 2010/11 bis 2019/20 hinweg lag die Wirksamkeit bei der Verhinderung laborbestätigter Influenza-Arztkonsultationen bei 20 bis 60 Prozent. Das klingt zunächst bescheiden. Zum Vergleich: Bei jungen Erwachsenen und einem guten Virusmatch erreicht die Impfung bis zu 80 Prozent Wirksamkeit. Bei Kindern und Jugendlichen liegen die Werte bei 59 bis 75 Prozent.

Bei älteren Erwachsenen ab 60 Jahren ist die Wirksamkeit strukturell niedriger: Die Immunantwort im Alter ist schwächer, die Antikörperbildung weniger robust. Studien zeigen hier Werte von 41 bis 63 Prozent; Coleman et al. (2022) ermittelten einen Mittelwert von 41 Prozent. Genau deshalb empfiehlt die STIKO für diese Gruppe einen verstärkten Impfstoff.

Die Saison 2018/19 ist ein lehrreiches Negativbeispiel. Die Gesamtwirksamkeit lag bei nur 21 Prozent – weil der Impfstoff schlecht mit dem dominierenden A(H3N2)-Stamm übereinstimmte. Gegen diesen Stamm war die Wirksamkeit sogar minus 28 Prozent – statistisch kein Schutz, im Gegenteil. Gegen A(H1N1) hingegen war der Schutz mit 61 Prozent gut. Die Unterschiede nach Altersgruppe waren dramatisch: Unter 15-Jährige waren zu 71 Prozent geschützt, 15- bis 59-Jährige nur zu 5 Prozent, über 60-Jährige zu 4 Prozent.

Die Saison 2022/23 verlief deutlich besser: Hier lag die Wirksamkeit bei rund 54 Prozent. Das zeigt, dass ein guter Match zwischen Impfstoff und Virus den Unterschied macht.

Ein wichtiger Punkt, der in der öffentlichen Diskussion oft untergeht: Auch eine Impfung mit reduzierter Wirksamkeit schützt vor schweren Verläufen, Krankenhausaufenthalten und Todesfällen deutlich besser als gar keine Impfung. Die Zahlen zur Verhinderung von Arztkonsultationen unterschätzen den Gesamtnutzen der Impfung systematisch.

Wirksamkeit der Grippeimpfung nach Altersgruppe und Saison (in Prozent)

0 % 40 % 60 % 80 % 20 % −20 % 80 % Junge Erw. (opt. Match) 67 % Kinder & Jugendl. 41 % Ältere ≥60 (Mittelwert) 54 % Saison 2022/23 21 % Saison 2018/19 ges. 61 % 2018/19 A(H1N1) −28 % 2018/19 A(H3N2) Allgemein/Saison Altersgruppe Stamm-spezifisch Negativwert (kein Schutz)
Quellen: RKI (FAQ Wirksamkeit Influenza), München Klinik, Gemini/RKI-Daten Saison 2018/19. Werte gerundet.

✅ Tipp

Auch wenn die Wirksamkeit in manchen Saisons niedrig ist: Die Impfung schützt nachweislich vor schweren Verläufen und Krankenhausaufenthalten – selbst dann, wenn sie eine Infektion nicht vollständig verhindert. Das ist besonders für ältere Menschen und chronisch Kranke entscheidend.

Standardimpfstoff oder Hochdosis? Der richtige Impfstoff für jede Altersgruppe

Nicht jeder Grippeimpfstoff ist für jede Altersgruppe gleich gut geeignet. Die STIKO unterscheidet seit der Saison 2025/2026 klar zwischen dem Standardimpfstoff und verstärkten Varianten für ältere Menschen.

Der quadrivalente Totimpfstoff ist der Standardimpfstoff und für alle Altersgruppen zugelassen. Er enthält Antigene gegen vier Influenzastämme und ist die Basis der Grippeimpfung. Für die meisten Erwachsenen unter 60 Jahren, für Schwangere und für Kinder ist er die erste Wahl.

Für Personen ab 60 Jahren empfiehlt die STIKO seit der Saison 2025/2026 bevorzugt einen Hochdosis-Impfstoff oder einen MF59-adjuvantierten Impfstoff. Der Hochdosis-Impfstoff enthält die vierfache Menge an Antigen im Vergleich zum Standardimpfstoff. Das MF59-Adjuvans ist ein Wirkverstärker auf Ölbasis, der das Immunsystem stärker aktiviert. Beide Ansätze haben dasselbe Ziel: die im Alter nachlassende Immunantwort zu kompensieren und eine stärkere Antikörperbildung zu erreichen. Studien zeigen, dass diese Impfstoffe bei älteren Menschen eine signifikant bessere Wirksamkeit gegenüber dem Standardimpfstoff erzielen.

Für Säuglinge ab 6 Monaten, Kleinkinder bis 2 Jahre und Schwangere sind ausschließlich Totimpfstoffe zugelassen – kein Lebendimpfstoff. Für Kinder ab 2 Jahren ist nach Fachinformation auch ein nasaler Lebendimpfstoff möglich, der als Nasenspray verabreicht wird und von manchen Kindern besser toleriert wird als eine Injektion.

Kinder bis 9 Jahre, die zum ersten Mal gegen Influenza geimpft werden, erhalten zwei Dosen im Abstand von vier Wochen. Ihr Immunsystem hat noch keine Vorerfahrung mit Grippeviren und braucht den zweiten Impfstoff, um eine ausreichende Grundimmunisierung aufzubauen. Ab der zweiten Saison reicht dann eine Dosis.

Standardimpfstoff vs. Hochdosis-/MF59-adjuvantierter Impfstoff im Vergleich
Merkmal Standardimpfstoff Hochdosis- / MF59-adjuvantiert
Zielgruppe Alle Altersgruppen Bevorzugt ab 60 Jahren (STIKO ab Saison 2025/2026)
Wirkprinzip Standardmenge Antigen (4 Stämme) 4-fache Antigenmenge (Hochdosis) oder Adjuvans zur Immunverstärkung (MF59)
Wirksamkeit Basis Signifikant überlegen gegenüber Standard bei ≥ 60-Jährigen
Begründung Ältere Menschen haben reduzierte Immunantwort; verstärkte Stimulation nötig
Kassenleistung Ja (für alle STIKO-Empfehlungsgruppen) Ja (für Personen ≥ 60 Jahre)

Wer zahlt die Grippeimpfung? Kosten und Kostenübernahme

Die Kostenfrage ist für viele Menschen ein entscheidender Faktor. Die gute Nachricht: Wer zur STIKO-Empfehlungsgruppe gehört, zahlt in der Regel nichts.

Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten der Grippeschutzimpfung automatisch für alle Personen, denen die STIKO die Impfung empfiehlt. Das umfasst alle oben genannten Risikogruppen: Personen ab 60 Jahren, Schwangere, chronisch Kranke ab 6 Monaten, Heimbewohnerinnen und -bewohner sowie berufliche Risikogruppen. Auch der bevorzugte Hochdosis- oder adjuvantierte Impfstoff für ältere Menschen ist kassenfinanziert.

Private Krankenversicherungen erstatten die Grippeimpfung in den meisten Fällen ebenfalls – die genauen Bedingungen variieren jedoch je nach Tarif und Versicherungsvertrag. Im Zweifel lohnt ein kurzer Anruf bei der eigenen Versicherung vor dem Arzttermin.

Wer nicht zur STIKO-Empfehlungsgruppe gehört – also zum Beispiel ein gesunder junger Erwachsener ohne Grunderkrankung – kann sich trotzdem impfen lassen. Die Kosten trägt dann in der Regel man selbst. Der Selbstzahlerpreis liegt bei rund 20 bis 30 Euro für den Impfstoff; hinzu kommen ggf. Praxisgebühren. Manche gesetzlichen Kassen erstatten die Impfung auch für Nicht-Risikogruppen als freiwillige Zusatzleistung – das lohnt sich zu erfragen.

Die Impfung kann beim Hausarzt, beim Facharzt, in vielen Apotheken (mit entsprechender Genehmigung) und in Betriebsarztpraxen durchgeführt werden. Betriebsärztinnen und -ärzte bieten die Grippeimpfung häufig kostenlos im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung an.

Häufige Fragen zur Grippeschutzimpfung

Q Wann ist der beste Zeitpunkt für die Grippeimpfung?

Die STIKO empfiehlt Oktober oder November als optimalen Zeitraum. So ist der Schutz rechtzeitig vor der Grippewelle aufgebaut. Auch bis Mitte Dezember oder während einer laufenden Welle ist die Impfung noch sinnvoll.

Q Warum muss ich mich jedes Jahr neu impfen lassen?

Grippeviren verändern sich ständig durch Antigendrift und Antigenshift. Der Impfstoff wird jährlich von der WHO angepasst. Zudem lässt der Impfschutz nach 6 bis 12 Monaten nach – eine einmalige Impfung reicht nicht dauerhaft.

Q Wie wirksam ist die Grippeimpfung wirklich?

Die Wirksamkeit liegt je nach Saison und Altersgruppe zwischen 20 und 80 Prozent. Bei gutem Virusmatch und jungen Erwachsenen bis zu 80 Prozent, bei älteren Menschen im Mittel 41 Prozent. Schutz vor schweren Verläufen bleibt auch bei niedrigerer Wirksamkeit relevant.

Q Für wen übernimmt die Krankenkasse die Kosten?

Gesetzliche Kassen zahlen für alle STIKO-Empfehlungsgruppen: Personen ab 60, Schwangere, chronisch Kranke, Heimbewohner und berufliche Risikogruppen. Selbstzahler ohne STIKO-Empfehlung zahlen rund 20 bis 30 Euro.

Q Warum empfiehlt die STIKO für ältere Menschen einen anderen Impfstoff?

Das Immunsystem älterer Menschen reagiert schwächer auf Impfungen. Hochdosis- und MF59-adjuvantierte Impfstoffe stimulieren die Immunantwort stärker und zeigen bei Personen ab 60 Jahren signifikant bessere Wirksamkeit als der Standardimpfstoff.

Q Schützt die Grippeimpfung auch Säuglinge?

Indirekt ja: Geimpfte Schwangere geben Antikörper über die Plazenta an den Säugling weiter (Nestschutz). Eine direkte Impfung ist ab 6 Monaten möglich, von der STIKO aber nur bei Grunderkrankung empfohlen.

Q Ist eine Impfung während der laufenden Grippewelle noch sinnvoll?

Ja. Dauer und Verlauf einer Grippewelle sind nicht vorhersehbar. Eine Impfung während der Welle baut noch Schutz für die verbleibende Saison auf und ist laut STIKO ausdrücklich empfohlen.

Quellen

  • Robert Koch-Institut (RKI) – FAQ Impfempfehlung Influenza
  • Robert Koch-Institut (RKI) – FAQ Wirksamkeit Influenza
  • Robert Koch-Institut (RKI) – Impfkalender 2026
  • Epidemiologisches Bulletin 44/2024 (RKI)
  • Bundesregierung – FAQ Grippe-Impfung
  • Gesundheitsinformation.de – Wie viel Schutz bietet eine Grippeimpfung?
  • Apotheken-Umschau – Grippeimpfung 2025
  • München Klinik – Wirksamkeit der Grippeimpfung
  • BKK Linde – Grippeschutzimpfung
  • Krankenkassen.de – Grippeimpfung Kostenübernahme
  • Coleman et al. (2022) – Wirksamkeit der Grippeimpfung bei älteren Erwachsenen